Wozu Banken? Geld und Vertrauen im 21. Jahrhundert

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Die next banking -conference- möchte nicht nur die Banking-Trends der Gegenwart erfahrbar machen – wir wollen auch auf die relevanten Zukunftstrends einen Blick werfen. Der Technologieanalyst und Zukunftsforscher Willi Schroll von strategiclabs wird dazu eine Keynote halten. Hier eine kurze Preview auf seine Thesen:

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Die Finanzbranche wird derzeit von einer doppelten Herausforderung heimgesucht: Die Bewältigung der Finanzkrise, aber auch einer Legitimationskrise. Zu neuen Formen der Kundenkommunikation oder des Vertriebs gesellen sich hierbei Konzepte, die „ans Eingemachte“ gehen.


Wozu überhaupt Banken, wenn Bewertungs- und Vertrauensmechanismen an vernetzte Menschen delegiert werden können? Bereits 2006 sagte Stephen Prentice, Vize-Präsident der IT-Beratung Gartner, voraus, dass die Banken von heute auf lange Sicht ersetzt würden. Elektronisches Vertrauensmanagement, wie es auch bei Ebay funktioniere, könne an ihre Stelle treten. Hat das Bankensterben bereits begonnen? Gehört dem Social Banking à la Zopa und Smava letztlich die Zukunft?

Neben neuen Banking-Konzepten nach dem Motto „Ich bin Bank“ sind für die nahe Zukunft zwei weitere Herausforderungen zu identifizieren.

Neue Geld-Konzepte wie Open Money könnten das Geschäftsmodell des Kreditwesens unterminieren. Ganz so wie Tauschbörsen im Internet einen Bypass darstellen, herumgebaut um den Blutkreislauf der Medienbranche, so könnte das Motto „Geld selbst drucken“ Wirklichkeit werden. Momentan werden lokale Währungen wegen ihres marginalen Charakters nicht sehr ernst genommen. Wenn jedoch das „Prinzip Bank“ und Open Source-Mechanismen zusammenfinden, so sind attraktive und nachhaltig funktionierende Systeme nicht völlig ausgeschlossen. In der heutigen Krise spürt die Community um Komplemantärwährungen wie „Open Money“ offenbar Aufwind für Experimentelles. Sie beginnt sich gerade neu zu organisieren, z.B. auf openmoney.ning.com. Sogar auf dem Microblooging-Dienst Twitter wird mit Twollars Cybergeld in Umlauf gebracht. Momentan wird das Zwitschergeld im Charity-Kontext genutzt, als „Währung für Wertschätzung“. Allerdings müssen zehn Twollars mit einem echten US-Dollar erkauft werden, der Wertfluss ist damit ganz real. Geradezu elektrisierend ist die Meldung aus den letzten Monaten, dass bei Google an einer API für eine virtuelle Währung gebastelt wird. Angesichts der Marktdominanz von Google eröffnet dieser Schachzug viele Fantasien.

Die zweite Herausforderung ist der Wertewandel hin zu neuen „Währungen“ jenseits von Geld. Die Informatisierung ist heute auf der Stufenleiter der sozialen Informatik angekommen – unterstützt und beschleunigt werden Kommunikation und Kollaboration, also soziale, zwischenmenschliche Prozesse. Heutige soziale Netzwerke wie Facebook öffnen bereits den Blick auf Werteprozesse jenseits der geldbasierten Handlungsmotivation. Diese quasi „psychischen“ Währungen – Aufmerksamkeit, Anerkennung, Zuwendung, Status – sind eigentlich nicht neu, sie sind von jeher Antrieb menschlichen Handelns. Goldhabers Lehre der Aufmerksamkeitsökonomie ist immerhin auch bereits zwölf Jahre alt. Heute werden diese Werteräume jenseits der Gelddimension in den Sozialen Netzwerken jedoch explizit sichtbar und als soziales Kapital bewusst. In dieser Hinsicht wären die Banken der übernächsten Generation möglicherweise Plattformen wie Facebook, Xing oder Twitter. Auf deren Konten wird das soziale Kapital heute schon verwaltet, taxiert und verzinst. Zu klären ist, wie die neuen Tauschsysteme des 21. Jahrhunderts miteinander interagieren und wie das System Geld/Bank an diese koppeln kann.

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3 Responses to “Wozu Banken? Geld und Vertrauen im 21. Jahrhundert”

  1. eKwiti sagt:

    Spannend !!

    Mit dem thema des open money befasse ich mich seit einem Jahr. Bernard Lieater - Das Geld der Zukunft - ist in dem bereich ein wichtiger denker.

    Leider kann ich am 16. nicht mit euch sein, ich hoffe es wird alles hier sorgfälltig ge-podcast.

    Wir treffen uns aber hôffentlich am BarCampBank im Oktober.

  2. [...] von dels in Finanzmarkt, tags: Banking 2.0, Kredit, Kreditgeschäft, peer-to-peer-banking, smava Next Banking ist das Stichwort im Bankensektor. Der Blick Log schaut neugierig auf die Entwicklungen im [...]

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